Überblick
Für den juristischen Praktiker taucht im Alltag
immer wieder das gleiche Problem auf: Im Rahmen der Lösung einer Aufgabe wird eine Frage
an ihn herangetragen, die sich auf Anhieb nicht beantworten läßt, deren schnelle
Beantwortung aber für die erfolgreiche Bewältigung der Aufgabe dringend erforderlich
ist.
Die Frage steht im Raum.
Ich brauche eine Antwort.
Und zwar dringend!
Wo gibt's schnell die richtige Information!?
Nun neigt derjenige, der einen
Internet-Anschluß hat, dazu, sich (und vor allem auch anderen ) zu sagen, daß ihm
"das gesamte Wissen der Welt zur Verfügung stehe". Er müsse "nur schnell
nachschauen", dann komme die Lösung praktisch von selbst auf den Bildschirm
geflogen.
Drei Jahre Umgang mit dem Net haben zumindest mich etwas realistischer werden lassen.
Um das Fazit vorwegzunehmen:
Für den Einstieg in eine juristische
Problemfrage ist das Internet für den Internet-Anfänger begrenzt und für den etwas
erfahreneren User gut geeignet.
Für die komplette Erfassung eines
Streitstandes in einer juristischen Problemfrage eignet es sich ebenfalls, - aber nicht
für den Einsteiger und schon gar nicht "auf die Schnelle" und jedenfalls ist
diese Aufgabe nicht mit einem schmalen Budget zu lösen.
Für eine Differenzrecherche ist es jedoch
nach einer kleinen Eingewöhnungsphase inzwischen ein recht gutes Handwerkszeug.
Für die Erlangung von Sekundärinformationen
ist es zum Teil sogar verblüffend gut geeignet.
Und aktuelle juristische News lassen sich aus
dem Internet ebenfalls recht gut beziehen.
Demzufolge sollte man - je nachdem, an welcher
Stelle der Recherche man sich befindet, nach folgenden Hilfsmitteln suchen:
Vorab jedoch eine Warnung: Eine
Information finden Sie nur dann schnell, wenn Sie den Weg der Informationsfindung vorher
schon einmal gegangen sind. Wer in der Staatsbibliothek nach einem Kommentar über das
Recht des Raumordnungsverfahrens sucht, der tut sich einfach leichter, wenn er nicht erst
am Eingang den an der Wand hängenden "Wegweiser" studieren muß, sondern schon
weiß, wo sich die Abteilung für öffentliches Recht befindet und in welchem Regal die
Bücher über öffentliches Baurecht stehen.
Auf's Internet übertragen, heißt das, daß man schneller an eine Information kommt, wenn
man schon weiß, wo man suchen muß und - noch besser - die entsprechenden Seiten ( und
sei es nur oberflächlich nach dem Motto "Aha - das finde ich also hier, wenn ich's
brauche") schon einmal angeschaut und sich den Weg dorthin grob gemerkt oder
sich ein Lesezeichen (neudeutsch: "Bookmark") gesetzt hat.
Ihre Recherchen werden also um so erfolgreicher, je mehr Zeit Sie zuvor in interessiertes
bis spielerisches Surfen auf juristischen Seiten investiert haben.
Wenn es Sie interessiert, was sich in
Gesetzgebung und Rechtsprechung Neues tut, dann sollten Sie regelmäßig den Deutschen
Juristischen Nachrichtendienst ansurfen.